Es gibt einen alten Witz, und der geht so: Wenn drei Deutsche zusammenkommen, bilden sie einen Verein; sind es fünf, organisieren sie einen Verband, zehn und mehr gründen eine Partei.

Wie bei vielen Witzen steckt auch in diesem ein Körnchen Wahrheit. Deutschland ist tatsächlich das Land der Vereine, etwa 550.000 an der Zahl. Ohne größere Gruppe im Rücken fühlen wir uns, so scheint’s, nicht recht wohl. In einer Stadt wie Berlin, die dreieinhalb Millionen Einwohner hat, sind zweieinhalb Millionen Menschen in Vereinen und Verbänden organisiert.

 

Das ist Weltrekord. In keinem anderen Land der Welt engagieren sich so viele Menschen ehrenamtlich und in ihrer Freizeit, ohne dafür viel mehr zu bekommen als einen warmen Händedruck. Die meisten Mitglieder des Tauchclubs Berlin-Siemensstadt e.V. wissen das und standen einer Vereinsmitgliedschaft daher skeptisch gegenüber und das aus gutem Grund. In vielen großen "altehrwürdigen" Vereinen sind die Strukturen verknöchert. Die Vorstände sind oft amtsmüde und damit beschäftigt die Vereine nur noch zu "verwalten". Verändern und neues gestalten? Fehlanzeige! Grüppchenbildung, Klickenwirtschaft und Mobbing bestimmen das Vereinsleben. Die große Mehrheit der Mitglieder sind beitragszahlende Karteileichen, die nur ihre Vorteile suchen und für gemeinnützige Tätigkeiten nur schwer zu begeistern sind.

 

Für viele Menschen ist der Verein jedoch Teil ihres Lebens, definiert ihre Existenz; dort lernen sie Ehepartner und Freunde kennen. Die Bedeutung des freiwilligen Engagements von Bürgern geht aber über die wahrnehmbaren Vorteile weit hinaus. Für den französischen Demokratietheoretiker und Denker Alexis de Tocqueville sind die Mitglieder von Vereinen und Verbänden aktive Demokraten, Menschen, die am Gemeinwesen mitarbeiten, es gestalten und verändern und dadurch den modernen bürokratischen Staat, der ja immer zu Formelhaftigkeit und emotionaler Kälte neigt und den Launen der jeweils regierenden Parteien ausgeliefert ist, ergänzen und vermenschlichen. Tocqueville sagt, dass der Staat seine Bürger eben nicht von der Wiege bis zur Bahre alimentieren soll, sondern betont, dass souveräne Bürger die res publica formen und durch ihre Tätigkeit eigentlich erst schaffen, wodurch der Staat nicht zu einer erduldeten Obrigkeit wird, sondern zu einem dynamischen Gebilde, an dem jeder durch sein Engagement teilhaben kann.

 

Die vielen Vorteile, die die Vereinsmitglieder von ihrem gemeinsamen Engagement haben, liegen auf der Hand. Es ist auch längst nachgewiesen, wer diese Leistungen erbringt: Menschen mit gutem Einkommen, überdurchschnittlicher Bildung und guten Berufen. Dennoch, in vielen Vereinen gibt es Mitglieder, die sich kaum im Verein für andere engagieren. Sie gehen wohl davon aus, dass nicht sie der Gemeinschaft etwas schulden, sondern ganz im Gegenteil die Gemeinschaft ihnen etwas Gutes tun müsste.

 

Wir machen es besser, wir wollen keine Egoisten sein!
Zu unserem Glück waren die richtigen Personen zur richtigen Zeit zur Stelle und haben geholfen, die idealistischen Ideen einer Tauchclubgründung praktisch umzusetzen. Wir sind Taucherinnen und Taucher, die zum großen Teil ihre Tauchausbildung zusammen absolviert haben und seit Jahren gemeinsam diesen schönen Sport betreiben. Einige von uns haben eine Behinderung, sie sind Teil unserer Gemeinschaft. Unser Club ist ein Forum für Gleichgesinnte Taucher. Egal bei welchem Verband unsere Mitglieder ihren Tauchschein gemacht haben, egal welchen Ausbildungsstand sie haben, ob Anfänger oder Tauchlehrer, unsere Mitglieder begegnen sich auf Augenhöhe!

 

Eine der Grundideen der Clubgründung war, einen familienfreundlichen Club zu gründen, was kurz gesagt bedeutet, dass bei möglichst allen Aktivitäten auch unsere Kinder dabei sein können.

Wer gerade keinen Tauchpartner hat, wird ihn im Club finden. Wer keine eigene Ausrüstung besitzt oder eine Mitfahrgelegenheit zum Tauchgewässer sucht, wird auch das im Club finden. Wir beanspruchen den Status der "Gemeinnützigkeit" und der "Förderungswürdigkeit" und so verhalten wir uns auch. Wir fördern die Inklusion behinderter Menschen. Wir tragen zur Erhaltung und Pflege unserer heimischen Gewässer bei und führen aktive Maßnahmen im Sinne des Umweltschutzes durch. Hierbei streben wir auch die Kooperation mit anderen Vereinen und Organisationen an. Wir wollen bei gemeinsamen Unternehmungen Freude, Spaß und Unterhaltung finden. Neue Freundschaften sollen entstehen, bestehende vertieft und ein lebhafter Erfahrungsaustausch gepflegt werden. Selbstverständlich sollen hierbei das Tauchen, sowie die Weiterbildung und die taucherische Fitness nicht zu kurz kommen.

 

Wer sich mit unseren sozialen Tugenden identifizieren kann, dem steht einer Mitgliedschaft in unseren Tauchclub nichts im Weg.

 

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